BDH-Klinik Greifswald startet innovatives Händehygiene-Projekt
Geschrieben von

Marcel Walz
Veröffentlicht am
Jul 15, 2020
Kategorie
- Innovation
- Projekte

Die BDH-Klinik Greifswald hat ein wegweisendes Pilotprojekt zur Verbesserung der Händehygiene gestartet. Das innovative Feedbacksystem, entwickelt von GWA Hygiene, markiert einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung der Krankenhaushygiene.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Bedeutung der Händedesinfektion ist wissenschaftlich gut belegt:
- Prof. Axel Kramer, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald, wies bereits 2006 nach, dass bis zu 90% der Keime über die Hände übertragen werden
- Konventionelle Maßnahmen zur Compliance-Steigerung zeigen oft mangelnde Nachhaltigkeit
- Der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin ist aktuell der meistgefragte Facharzt in Deutschland
Das innovative System
GWA Hygiene hat ein umfassendes digitales Assistenzsystem entwickelt:
Technische Komponenten
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Sensorgestützte Spender
- Automatisierte Erfassung der Nutzung
- Präzise Datenerhebung
- Echtzeit-Monitoring
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Personalisierte Tragegeräte
- Individuelle Zuordnung
- Unmittelbares Feedback
- Proaktive Benachrichtigungen
Funktionsweise
- Erkennung von Annäherungen an Patientenbetten
- Überprüfung vorheriger Händedesinfektion
- Sofortige Benachrichtigung bei fehlender Desinfektion
Stimmen zum Projekt
Dr. Torsten Stein, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik
“Die Desinfektion der Hände muss ein stetiger Begleiter im Arbeitsalltag sein. Daher freuen wir uns, dass wir Pionier für den Einsatz dieser neuen Technologie sind. Die Mitarbeiter sollen damit bei ihrer Händehygiene kontinuierlich unterstützt werden.”
Tobias Gebhardt, Geschäftsführer GWA Hygiene
“Das Krankenhauspersonal hat meist einen sehr dynamischen Arbeitsalltag. Da kann vereinzelt die Händedesinfektion vergessen werden. Bei der Vorbeugung möchten wir unterstützen. Unser System soll der digitale Assistent für die Hygiene sein.”
Prof. Axel Kramer, Wissenschaftlicher Begleiter
“Von diesem neuartigen Ansatz erhoffen wir uns neue Erkenntnisse sowie einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Patienten- und Mitarbeitersicherheit.”
Bedeutung für die Zukunft
Das Projekt hat weitreichende Implikationen:
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Digitalisierung im Gesundheitswesen
- Beispielhafte Integration von Technologie
- Praktische Anwendung digitaler Lösungen
- Modell für weitere Implementierungen
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Ressourcenoptimierung
- Entlastung des Hygienefachpersonals
- Automatisierung der Dokumentation
- Effiziente Prozesssteuerung
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Regionale Innovation
- Erfolgreiche Zusammenarbeit lokaler Partner
- Stärkung des Gesundheitsstandorts
- Vorbildfunktion für andere Einrichtungen
Förderung und Unterstützung
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und demonstriert beispielhaft, wie Digitalisierung und Gesundheit synergetisch zusammenwirken können.